Ein Brief an die deutsche Gemeinde, September 2021

Liebe Mitglieder der Trinitatis Gemeinde, liebe Freunde,

Der Herbst zieht ein. Schon verfärben sich sich die ersten Blätter, werden die Nächte kälter und die Tage kühler. Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber ich mag den Herbst, mag die Farbenpracht, das besondere Licht und Luft, die so ganz anders ist als an den heissen Sommertagen.

Mit dem Herbst kamen allerdings auch wieder neue Herausforderungen. Wir wissen dass es eine vierte „COVID 19“ Welle gibt, wir hören von steigenden Infektions – und Krankenhauszahlen, überforderden Pflegekräfte und Ärzten.

Am 20. September hat die Regierung von Alberta neue Gesetzte zum Schutz aller und zur Verbesserung der Krankenhaussituation verabschieded. Trinitatis‘ Council hat sich entschieden, mit Hilfe dieser neuen Gesetze weiterhin das Wohl aller in den Mittelpunkt zu stellen. Dies bedeutet

1. Wir bitten alle herzlich sich impfen zu lassen, jedoch, der Besuch der Gottesdienste ist offen für alle, auch für diejenigen die (bisher?) keine Impfungen erhalten haben! Das Tragen von Masken und Abstand halten ist weiterhin verpflichtend.

Unsere Gottesdienste finden an jedem Sonntag statt, in deutsch um 9:30 Uhr und Englisch um 11:00 Uhr. Mindestanzahl: 100. Im Moment ist keine Registrierung notwendig.

2. Impfnachweise sind erforderlich für alle Treffen von Gruppen, wie z.B. von Chören.

Bitte unterstützen Sie alle Massnahmen zum Wohle von allen. Ich möchte ich Sie auch herzlich zu unserem Friedhofsgottesdienst einladen: er findet statt am Sonntag, dem 3. Oktober um 2:00 Uhr statt auf dem Friedhof in Ellerslie (Adresse: Ellerslie Road SW 9515.) Alle sind herzlich willkommen! Wir denken nicht nur an die, die uns vorausgegangen sind, sondern beten für alle, die in und an diesen schwierigen Zeiten leiden. Auch werden wir an diesem Sonntag unser neues Kolumbarium einweihen. Bitte einen Stuhl mitbringen, und eventuell eine Decke. Hot Cider wird angeboten!

Und noch eine Einladung zu einem Gottesdienst am Sonntag, dem 24. Oktober um 11:00 Uhr. Gemeinsam mit der englisch-sprachigen Gemeinde feiern wir an diesem Tag meinen Abschied von der Trinitatis-Gemeinde.

Heute möchte ich mich von Ihnen verabschieden mit dem vetrauten Segen aus dem Alten Testament:

So segne Gott uns alle und behüte uns,
er erhebe sein Angesicht auf uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen!

Ihre –Eure Pastorin Ingrid

P.S. Bei Fragen bitte unser Büro anrufen (780-433-1604) oder mich (780-267-4023.) Danke!

Brief an die deutsche Gemeinde im August 2021

Liebe Gemeinde, liebe Freunde,

Erst einmal eine Einladung zu den Gottesdiensten im August und September: Zu den deutschen Gottesdiensten laden wir herzlich ein am 22. August (mit Abendmahl) und am 5. September, jeweils um 10:00 Uhr. Natürlich sind auch alle herzlich zu dem englischsprachigen Gottesdiensten eingeladen!

Dann: Eine herzliche Einladung zu unserem englisch / deutschen Singegottesdienst am Sonntag, dem 29. August um 10:00 Uhr auf dem Parkplatz (bitte Stühle mitbringen.) Wenn Sie einen besonderen Gesangeswunsch haben, dann rufen Sie bitte Sorin im Kirchenbüro an und lassen Sie es ihn wissen: 780-433-1604. Oder rufen Sie einfach an und sagen, dass Sie kommen werden.

Und gleich noch eine andere Einladung: Church Council möchte Sie herzlich zu Kaffee und Gespräch einladen und zwar nach den Gottesdiensten am 15. August (englisch) und nach dem Gottesdienst am 22. August (deutsch).

Nehmen Sie sich etwa eine Stunde Zeit um gemeinsam über die Zukunftspläne für die Trinitatis-Gemeinde nachdenken.

Und zum Schluss: In den nächsten Tagen werden Sie einen Anruf von Mitgliedern aus unserer Gemeinde erhalten. Wir möchten gern wissen, wie es Ihnen ergangen ist in den letzten Monaten, was Sie für die Zukunft Ihrer Gemeinde erwarten und was Sie vielleicht selbst imstande sind zu tun.

Heute verabschiede ich mich wieder von Ihnen mit einem Wort von Hanns Dieter Huesch, er nennt es Psalm 1:

„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit. Gott nahm in seine Hände meine Zeit.
Mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen, mein Triumphieren und Verzagen,
Das Elend und die Zärtlichkeit.

Was macht, dass ich so fröhlich bin in meinem kleinen Reich.
Ich sing und tanze her und hin vom Kindbett bis zur Leich.

Was macht, dass ich so furchtlos bin an vielen dunklen Tagen.
Es kommt ein Geist in meinen Sinn, will mich durchs Leben tragen.

Was macht, dass ich so unbeschwert, und mich kein Trübsal hält,
weil mich mein Gott das Lachen lehrt, wohl über alle Welt.“

Bleiben Sie behütet an Leib und Seele bis wir uns wiedersehen! Gott segne Sie!

Ihre Pastorin Ingrid

P.S.: Im Urlaub bis zum 10. September.

Brief an die deutsche Gemeinde im Juli 2021

Liebe Gemeinde, liebe Freunde,

Zuerst möchte ich mich bei allen entschuldigen, die leider zu spät zu unserem Gottesdienst im Grünen eintrafen. Der Gottesdienst began schon um 10.00 Uhr, und nicht, wie brieflich mitgeteilt, um 11.00. Dieser Fehler tut mir leid. Alle Gottesdienste im Juli und August finden um 10.00 Uhr statt, ebenso die ersten beiden Gottesdienste im September. Zu den deutschen Gottesdiensten laden wir herzlich ein am 25. Juli (mit Abendmahl) am 8. August, am 22. August (mit Abendmahl) und am 5. September. Natürlich sind auch alle herzlich zu den englischsprachigen Gottesdiensten eingeladen! Und dank unserer Organistin Cherie Larson können wir in allen Gottesdienst wieder Sommermusik geniessen.

Dann möchte ich heute über eine biblische Lesung im Alten Testament nachdenken. Sie steht im Buch des Predigers Salomos im 3. Kapitel und einige von Ihnen kennen diese Worte sicherlich:

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

Alles hat seine Zeit . . . in all diesen Gegensatzpaaren drückt sich die Erfahrung aus, dass wir als Menschen nicht über unsere Zeit verfügen. Welche Lebenszeit kommt, das liegt nicht in unserer Hand. Gute Zeiten, schlechte Zeiten, sie wechseln sich im Lebenslauf immer wieder ab. Umso älter wir werden, umso mehr spüren wir, dass wir das Leben nicht in der Hand haben, dass Dinge oft anders kommen und sich entwickeln, als wir uns das vorgestellt und geplant haben.

Ich habe nicht geplant die Trinitatis Gemeinde in diesem Jahr zu verlassen. Ich habe jedoch ein Angebot bekommen, das mich sehr ansprach. Die St. Markus Gemeinde in Vancouver suchte einen Seniorpastorin für einen sog. pastoralen Dienst im Übergang. Dies bedeutet, gemeinsam mit der Gemeinde sich der Frage zu stellen und sie zu beantworten: Wie sind wir Kirche im 21. Jahrhundert? Wozu hat Gott uns beauftragt? Was können wir tun um Gottes Schöpfung zu bewahren? Fragen, die wir uns in der Trinitatis Gemeinde immer wieder stellen. Wichtige Fragen.

Ich habe das Angebot der Gemeinde in Vancouver angenommen. Mein Mann und ich samt vierbeinigen Familienmitgliedern werden im Herbst dieses Jahres nach Vancouver ziehen.

Ich verlasse die Gemeinde – wie mas so schön sagt – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Seit 2006 Pfarrerin in der Gemeinde, habe ich vieles mit Ihnen gemeinsam erlebt, gefeiert, von vielen Abschied genommen. Ich bin mir sicher, dass church council alles tun wird um den deutschen Gottesdienst und die deutsche Seelsorge aufrecht zu erhalten. Seien Sie bitte nicht besorgt. Gott steht auf der Seite des Lebens und hält unsere Lebenszeit liebevoll in seiner Hand. Aus dieser Einsicht kann eine große Gelassenheit und Freude wachsen, wie sie der Dichter und Theologe Hans Dieter Hüsch in einem seiner schönsten Texte ausgedrückt hat:

Wir alle sind in Gottes Hand ein jeder Mensch in seinem Land.
Wir kommen und wir gehen, wir singen und wir grüßen
Wir weinen und wir lachen, wir beten und wir büßen:
Gott will uns fröhlich machen

Wir alle bleiben Gottes Kind auch wenn wir schon erwachsen sind.
Wir werden immer kleiner bis wir am Ende wissen
Vom Mund bis zu den Zehen wenn wir gen Himmel müssen:
Gott will uns heiter sehen

Bleiben Sie behütet an Leib und Seele bis wir uns wiedersehen! Vielleicht am Sonntag? Gott segne Sie!

Ihre Pastorin Ingrid
Zu erreichen durch das Kirchenbüro (780-433-1604)

Brief an die deutsche Gemeinde im Juni 2021

Liebe Gemeinde, liebe Freunde,

Zuerst eine herzliche Einladung zu einem deutschen Gottesdienst im Internet. Der Gottesdienst wird an diesem Sonntag, am 20. Juni, in das Netz gestellt. Wenn möglich, gehen Sie auf die Webseite der Trinitatis-Gemeinde, klicken Sie auf den deutschen Gottesdienst und geniessen Sie Lieder, Lesungen, Gebete und die Predigt in der deutschen Sprache.

Dann eine Nachricht auf die einige von Ihnen sicherlich schon gewartet haben: Im Juli öffnen wir unsere Kirche wieder für Gottesdienste und bieten regelmässig Gottesdienste in der englischen und deutschen Sprache an. Nach langen Beratungen hat Church Council beschlossen, wieder Gottesdienste im Kirchraum zu feiern, und zwar an jedem zweiten Sonntag in der deutschen bzw. in der englischen Sprache. Damit wollen wir den Wiedereinstieg für diejenigen erleichtern die sich noch unsicher fühlen und Zeit brauchen. Das Virus existiert immer noch, mutiert und Ansteckungsgefahr ist vorhanden. Daher halten wir alle Sicherheitsmassnahmen ein wie z.B. die Anmeldung für den Gottesdienst, Masken, Abstand bewahren und Desinfektion.
Wir freuen uns darauf wieder gemeinsam Gottesdienste zu feiern und beginnen am:

Sonntag, 4. Juli um 10:00: Deutscher Gottesdienst
Sonntag, 11. Juli um 11:00: Gemeinsamer Gottesdienst „open-air.“
• Sonntag, 18. Juli: Englischer Gottesdienst
Sonntag, 25. Juli um 10:00: Deutscher Gottesdienst

Anmeldung im Kirchenbüro: 780-433-1604.

Wie alle unverschuldete Not, die über die menschliche Gemeinschaft kommt, so kennt auch diese Krise keine Gerechtigkeit. Sie trifft die einen nur ganz am Rande, die anderen, oft genug die Schwachen, aber mit aller Härte. Deshalb ist das Füreinander-Dasein so wichtig. Mein großer Dank gilt allen im Gesundheitswesen die oft bis zur Erschöpfung dafür sorgen, dass die Erkrankten die bestmögliche Versorgung erhalten.

Gerade weil viele Grenzen zwischen Menschen errichtet werden mussten, dürfen die Grenzen nicht in den Herzen hochgezogen werden. Ich bin sehr dankbar für jedes offene Ohr, jedes freundliche Wort und jede helfende Hand und Gebet in den letzten Monaten, dankbar für jede Unterstützung durch viele Menschen in der Gemeinde, dankbar für jede finanzielle Gabe. Es tut in der Seele gut zu sehen, wie viel Liebe und Fürsorge es angesichts dieser Krise in unserer Kirche gibt!

„Fürchtet euch nicht!“ so das biblische Versprechen. Dieser Trost ermutigt uns, Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen. Gott ist uns Menschen immer nahe, auch dann, wenn wir zweifelnd fragen, unsicher sind tastend und suchend. „Fürchtet euch nicht!“ Wer sich von dieser Hoffnung leiten lässt, vermag anderen Beistand, Trost und Hoffnung zu spenden. So wie es bei dem Propheten Jesaja heisst: „Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot und deine Heilung wird schnell gedeihen.“ (vgl. Jes 58 ,5 – 8)

Bleiben Sie behütet an Leib und Seele bis wir uns wiedersehen! Gott segne Sie!

Ihre Pastorin Ingrid

(Zu erreichen durch das Kirchenbüro (780-433-1604) oder cell phone: 780-267-4023.

Pfingstbrief an die deutsche Gemeinde im Mai 2021


Blühender Obstbaum vor der Kirche

Liebe Gemeinde und Freunde:

Wie gut, dass es Pfingsten gibt! Wir gut, dass der Heilige Geist über uns ausgegossen wird und unsere Herzen erreicht! Wie gut, dass der Heilige Geist uns herausholen kann aus unserer Traurigkeit, aus unserer Mutlosigkeit, aus unseren Ängsten in COVID-19 Zeiten.

Wie fing damals alles an? (s. Apostelgeschichte 2: 1 – 21) Auch die Jünger befanden sich wie wir im Lockdown. Sie haben aus Furcht die Türen gut verschlossen. Als Jünger waren sie Jesus begeistert gefolgt. Sie sind dann jedoch erschrocken, als Jesus jämmerlich am Kreuz stirbt. Und dieser Schrecken hatte sich selbst durch die Erfahrung der Auferstehung nicht ganz gelegt. Nein, in den Ostergeschichten ist immer wieder von der Furcht, von der Erschütterung, ja sogar von Zweifeln und vom Unglauben die Rede. Wann wird dieser Schrecken endlich zu Ende sein? Wann wird die Furcht ein Ende haben?

Das sind auch unsere Fragen heute: Wann wird dieser Schrecken endlich zu Ende sein? Wann wird die Furcht ein Ende haben?

In der Pfingstgeschichte hören wir: Durch den Heiligen Geist verbreitet sich das neue Leben des auferstandenen Christus in der Welt. Und diese Lebensmacht des auferstandenen Herrn ist durch den Geist in der Welt wirksam und gegenwärtig. Wo der Geist Jesu Christi sich verbreitet, da siegt das neue Leben über den alten Tod. Gottes lebendig machender Geist wird den Jüngern und der Welt eingehaucht. Als Christen dürfen wir darauf hoffen, dass es letztlich dieser lebendig machende Geist ist, auf den wir im Glauben unsere Hoffnung und unser Vertrauen setzen. Und das gilt auch in diesen Corona-Zeiten.

Wir müssen der Forschung und der Medizin natürlich zutiefst dankbar sein für die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Corona-Virus. Und alles tun um uns und unsere Nächsten zu schützen.

Aber setzen wir als Christen unser Vertrauen nicht nur auf die Forschung und die Medizin allein wenn es um Leben und Tod geht. Setzen wir unsere Hoffnung auf den Heiligen Geist, der in uns wohnt und der uns verwandelt. Lasst uns um den Frieden Gottes bitten, der höher ist als alle Vernunft, und uns durchdringen will mit der Liebe Gottes, so dass wir diese Liebe weitergeben können.

Keinen Grund zur Panik und keinen Grund zur Sorge haben wir als Christen letztlich deshalb, weil wir durch den Geist Gottes glauben, dass Gottes Lebensmacht stärker ist als der Tod. Und dass wir Anteil erhalten an der Auferstehung Jesu Christi und an seinem unvergänglichen Leben. Das ist der Grund unserer Hoffnung.

Genau das ist die Erfahrung des Glaubens, die die Jünger an Pfingsten gemacht haben. Durch den Geist haben sie die wunderbare Erfahrung gemacht, die in Psalm 31 so ausgedrückt wird: „Du, Herr, hast mir Raum geschaffen als mir angst war! Du führst mich hinaus ins Weite, du machst meine Finsternis hell!“ Amen.

Gott sei mit Ihnen und frohe Pfingsten!

Ihre Pastorin Ingrid
Büro: 780-433-1604

Wichtig: Es tut mir sehr leid, aber wir können uns am Pfingstsonntag nicht in der Kirche treffen, die Zahlen der an COVID-19 Erkrankten in Alberta sind immer noch zu hoch. Ein deutscher Pfingstgottesdienst wird für Sie aber wieder ins das Internet gestellt werden, auf die Webseite der Trinitatis Gemeinde.

Brief an die deutsche Gemeinde im April 2021


Liebe Mitglieder der deutschen Gemeinde, liebe Freunde:

Mit diesem Kirchenfenster aus Ihrer Trinitatis-Kirche grüsse ich Sie recht herzlich. Das Bild zeigt den guten Hirten, der uns besonders vertraut ist durch Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte. Dieser Psalm wird in diesen Tagen oft in den Gottesdiensten gelesen. Ich denke, vielen von Ihnen ist er bekannt und einige können ihn sicherlich auswendig: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grüner Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele und führet mich auf rechter Strasse um seines namens Willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde, du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“

Immer noch befinden wir uns in einer besonderen Situation, die uns alle sehr herausfordert. Wir machen uns Sorgen um unsere Gesundheit, um unser Leben, und um das Leben anderer. Doch wir sind dem allen nicht schutzlos ausgeliefert.Der christliche Glaube kann uns gerade jetzt helfen. Durch den Glauben werden zwar die Schwierigkeiten und Probleme nicht einfach beseitigt. Doch der Glaube an Gott schenkt uns Zuversicht und Geborgenheit trotz aller Nöte und Probleme. Das beste Gegenmittel gegen Angst und Sorgen ist das Vertrauen zu Gott. Es ist ein Vertrauen, das von vielen Menschen seit biblischen Zeiten bis heute erprobt und als hilfreich erlebt wurde: Der Herr ist mein Hirte. Dieses Bild ist besonders eindrücklich und berührend. Der Hirte, der sich fürsorglich um seine Schafe kümmert. Es ist ein Bild für das vertrauensvolle Miteinander von Gott und den mit ihm verbunden Menschen.

Jeder und jede von uns darf sich bei Gott als dem guten Hirten geborgen fühlen, auch in einer aussergewöhnlichen und bedrängenden Situation wie der Corona-Pandemie. Gott räumt nicht alle Schwierigkeiten aus unserem Weg, aber er ist uns doch nahe und begleitet uns auch auf den Durststrecken des Lebens. Allein seine Anwesenheit kann uns schon die Angst verkleinern. In der Finsternis des Lebens, in Krankheit und Trauer, ja sogar in Todesangst gilt: Gott ist stärker als alles, was uns Angst macht. Wie auch immer sich die derzeitige Situation weiter entwickeln mag, Gott ist und bleibt unser guter Hirte. Schritt für Schritt gehen wir so durch die finsteren Täler unseres Lebens und finden wieder zurück ins Leben.

Ich lade Sie wieder herzlich zu Gottesdiensten in der Trinitatis – Kirche ein: Wir feiern den „guten Hirten“ am Sonntag, dem 9. Mai (Muttertag) und am Sonntag, dem 23. Mai (Pfingsten mit Abendmahl) jeweils um 10:00 Uhr.

Bitte melden Sie sich rechtzeitig im Kirchenbüro an (780-433-1604).

Ich möchte ebenso diejenigen von Ihnen, die nicht zur Kirche kommen können, ermutigen, in der Kirche (780-433-1604) oder mich anzurufen. Ich bringe Ihnen auch gern das Abendmahl vorbei.

Auch lade ich Sie (wie immer) ein „einfach mal so“ anzurufen – vielleicht um mir zu erzählen wie es Ihnen geht, oder vielleicht möchten Sie, dass ich mit Ihnen bete? Haben Sie bitte keine Scheu!

Bis wir uns wiedersehen – oder wiederhören, halte Gott Sie und Euch sicher in seiner Hand.
Ihre / Eure

Pastorin Ingrid and Pastor Erin

Brief an die deutsche Gemeinde im März 2021

Liebe Mitglieder der deutschen Gemeinde, liebe Freunde:

Mit der Karwoche und den Ostertagen nähert sich wieder eine besondere Zeit im Kirchenjahr. In diesem Jahr ist es nicht nur eine besondere Jahreszeit, sondern wir wissen auch dass wir schon mehr als ein Jahr unter den Auswirkungen des Corona Virus leiden und bestimmten Regeln folgen müssen.

Allerdings sehe ich mit vielen von Ihnen einen Silberstreifen am Horizont. Mittlerweile sind schon viele von Ihnen geimpft worden, so dass die Gefahr der Ansteckung deutlich verringert ist. Daher öffnen wir wieder sehr, sehr vorsichtig unsere Kirchentüren und bieten seit Ende Februar regelmässig deutsche Passionsandachten an: Immer am Donnerstag um 1:30 Uhr, die letzte wird an diesem Donnerstag (25. März) stattfinden.

Auch laden wir herzlich zu einem Gottesdienst mit Abendmahl am Karfreitag, dem 2. April um 10:00 Uhr. Bitte melden Sie sich im Kirchenbüro an (780-433-1604) die genehmigte Anzahl sind 45 Gottesdienstbesucher.

Ich möchte ebenso diejenigen von Ihnen, die nicht zur Kirche kommen können, ermutigen, in der Kirche (780-433-1604) anzurufen. Ich bringe Ihnen gern das Abendmahl vorbei.

Auch lade ich Sie wie immer ein „einfach so“ anzurufen – vielleicht um mir zu erzählen wie es Ihnen geht, oder vielleicht möchten Sie, dass ich mit Ihnen bete? Haben Sie bitte keine Scheu!

(Kreuz aus El Salvador)
In diesem Jahr findet der Karfreitag am 2. April statt. Karfreitag ist für viele immer noch ein stiller, ein heiliger Tag. Was bedeutet dieser Tag in heutiger Zeit? Was bedeutet das Kreuz? Für mich zum Beispiel wirkt es wie ein Leuchtzeichen in der Nacht, das Weisung und Hoffnung schenkt.

Das Kreuz gibt zwar keine Antwort auf die bittere Frage nach dem warum des Leids in unserer Welt. Und doch erkennen wir: Einer hält es aus. Bis zum bitteren Ende. Jesus, der Gottessohn, leidet wie Menschen leiden. Und wird gerade dadurch glaub-würdig. Er entzieht sich nicht in allmächtiger Weise dem Elend und dem bösartigen Spott der Welt. Sondern er bleibt. Und er verbündet sich in diesem Bleiben und in dieser einsamen Gottverlassenheit mit dem Leid und Elend aller Menschen, aller Zeiten, aller Orte. Hier leidet der Mensch gewordene Gott, geht in den tiefsten menschlichen Abgrund hinein – und führt uns doch zuletzt an seiner Hand, aus dem Abgrund heraus.

Nichts, auch nicht der bittere Tod, kann uns von Gott trennen. Das unterstreichen die letzten Worte, die Jesus am Kreuz gesprochen hat.

In einer Situation, wo es uns Menschen die Sprache verschlägt, hören wir einen göttlichen Klang, der uns glauben hilft, dass uns im letzten Moment nicht das abgrundtiefe Nichts erwartet, sondern die grenzenlose Liebe Gottes und ein Zuhause, in welchem wir für immer geborgen sind.

Ohne Karfreitag koennen wir kein Ostern feiern. Ohne Leid zu verstehen und selbst durch dunkele Zeiten zu gehen ist es schwierig, der starhlenden Osterbotschaft zu glauben: Am Ende wird alles Gut. Am Ende ist das Leben staerker als der Tod und das Licht staerker als die Dunkelheit.

Zugleich stellt sich eine große Freude ein: Jesus lebt. An Ostern öffnet sich die Tür in Gottes neuen Himmel und neue Erde. Wir sind eingeladen. Wer krank ist und Hilfe und Trost braucht, bleibt nicht allein. Wer Schuld auf sich geladen hat; Christus hilft sie zu tragen. Wer fremd ist und auf der Flucht, ist willkommen. Feinde versöhnen sich, die Hungrigen werden satt. Die gute Nachricht breitet sich aus: „Fürchtet euch nicht!“

Ihnen allen von Herzen eine gesegnete Passions- und Osterzeit!
Ihre / Eure
Pastor Ingrid

Ostern Ostern Frühlingswehen

1. Ostern, Ostern, Frühlingswehen! Ostern, Ostern, Auferstehen
aus der tiefen Grabesnacht! Blumen sollen fröhlich blühen,
Herzen sollen heimlich glühen, denn der Heiland ist erwacht,

2. Trotz euch, höllische Gewalten! Hättet ihn wohl gern behalten,
der euch in den Abgrund zwang. Mochtet ihr das Leben binden?
aus des Todes düstern Gründen dringt hinab sein ew’ger Gang.

3. Der im Grabe lag gebunden, hat den Satan überwunden,
und der lange Kerker bricht. Frühling spielet auf der Erden,
Frühling soll’s im Herzen werden, herrschen soll das ew’ge Licht.

(Auferstehungslied, Autor: Max von Schenkendorf (1783 – 1817)

Gedanken zur Passionszeit
10. Februar 2021

Mit dem Aschermittwoch am 17. Februar beginnt wieder die siebenwöchige Passionszeit, die in die Karwoche, die sog, heilige Woche einmündet. Wir stellen uns den harten Fragen: Warum leiden manche Menschen? Wer steht mir in meiner Angst bei? Wie zeigt sich Gott? Die 40 Tage Passionszeit bieten Möglichkeiten, sich mit Grundfragen des Lebens wie diesen auseinander zu setzen. Das mag in der Zeit, die wir gerade gemeinsam durchleben, besonders wichtig sein.

Jesus hat Liebe gepredigt und gelebt. Er wurde selbst Opfer von Lieblosigkeit. Die Grausamkeit, zu der Menschen fähig sind, hat ihn ans Kreuz gebracht. Seine Jünger und die ersten Christen haben das später so verstanden: In seinem Leiden und Sterben hat Jesus die Sünde – also Gedanken und Handlungen, die sich gegen die Liebe richten – bewusst getragen. Aber mit der Auferweckung Jesu von den Toten offenbart Gott:

Die Liebe ist stärker als die Gewalt. Die Liebe ist stärker als der Tod. Der Glaube an Gott hilft uns sich für die Liebe zu öffnen und sie im Alltag zu leben.

Einladung

Um gemeinsam über die Passionszeit nachzudenken, lade ich Sie herzlich zu unseren kurzen deutschen Passionsandachten im Februar und im März ein, jeweils am Donnerstag um 1:30 PM.

Wir beginnen am Donnerstag, dem 25.Februar und enden am Donnerstag, dem 25. März. Bitte rufen Sie im Office an und melden sich an: 780-433-1604. Mehr als 10 Teilnehmer können wir leider nicht zulassen, bitte haben Sie Verständnis dafür.

Audioaufnahmen der Passionsandachten finden Sie auf der Gottesdiensteseite.

Brief an die deutsche Gemeinde
20. Januar 2021

Liebe Mitglieder der deutschen Gemeinde, liebe Freunde,

Noch ist es nicht zu spät Ihnen / Euch allen ein gutes, neues, hoffentlich gesundes Neues Jahr zu wünschen. Mit Ihnen allen hoffe ich sehr, dass wir in diesem Jahr das Virus durch Impfungen bekämpfen und wir wieder ein Leben in Familie und mit Freunden geniessen können und natürlich auch wieder Gottesdienste in unserer Kirche. Ich vermisse, wie auch sicherlich Sie und Ihr, die vertrauten Treffen und unsere deutschen Gottesdienste sehr.

Ich möchte allen danken, die mich haben wissen lassen, wie sehr die deutschen Gottesdienste vermisst werden. Glaubt mir, auch von mir. Dennoch haben Church council und unsere Arbeitsgruppe COVID 19 gemeinsam mit den Pastoren und unseren Musikern entschieden, dass Gesundheit und Schutz aller Vorrang hat. Einige Gemeindemitglieder (und leider auch Mitglieder meiner Familie) sind an dem Corona Virus gestorben. Einige von uns sind in Sorge um Eltern, deren Gesundheit angegriffen ist und die besondere Aufmerksamkeit bedürfen. Wir haben eine wunderbares Kirchengebäude, dass wir mit anderen Menschen teilen, der Synode zum Beispiel und dem Kindergarten. Wir sind in Verantwortung für viele. In der letzten Woche hat unser Bischof Larry Kochendorfer einen Brief an unsere Regierung geschrieben mit der klaren Bitte, doch alle Gottesdienste zu untersagen. Dieser Brief richtet sich auch an Pfarrer in unsere lutherischen Kirche, die immer noch sonntäglichen Gottesdienst halten.

Aber: Zeiten ändern sich. Vertrauen Sie uns und helfen mit den richtigen Weg yu gehen. Unterstützen Sie sich gegenseitig an und rufen Sie einander an. Rufen Sie uns an. Wir sind nur ein Telefongespräch von einander entfernt. Beten Sie für einander und für Ihre Kirche, bitte . . .

Und lasst uns mit Mut und Gott – Vertrauen in das neue Jahr gehen.

Einige Neuigkeiten aus der Gemeinde: Leider mussten wir in der letzten Woche Abschied nehmen von Ida Jager und Phyllis Rinas. Ida starb am 9. Januar und Phyllis am 10. Januar, beide waren 89 Jahre alt. Die Familien von beiden haben direkt auf dem Friedhof Abschied genommen. Bitte schliessen Sie diese in ihre Gebete ein. Bitte halten Sie auch Fürbitte für Otto und Irene Schaaf, Herman und Talita Klingbeil, und Shirley Georg.

Mit dem Psalm 21 und einem Foto aus unserer wunderbaren Bergwelt möchte ich heute von Ihnen Abschied nehmen und diesen Brief schliessen:

Psalm 121: Der treue Menschenhüter

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.
Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Brief an die deutsche Gemeinde
Donnerstag, den 10.12. 2020

Liebe Trinity-Freunde!

Vor ein paar Wochen habe ich Ihnen geschrieben und Sie zu kleinen Kreisen in der Kirche eingeladen, Zeiten der Andacht und des Gesprächs. Kurz danach allerdings stiegen die Corona-Fallzahlen rapide an und Trinity folgte dem Rat von Bischof Larry Kochendorfer, alle Versammlungen in der Kirche auszusetzen. Also leider doch keine kleinen Kreise auf Deutsch!

Statt dessen schreibe ich Ihnen nun diesen Brief. Die nun doch nicht stattfindenden Kreise sind ein Beispiel dafür, was wir im Moment dauernd erleben: Dinge treffen nicht ein oder werden aufgeschoben, und wir müssen warten. Dinge, die wir uns wünschen, nach denen wir uns sehnen. Ich weiß, wie sehr sich viele von Ihnen nach dem Gottesdienst, der Gemeinschaft in der Kirche, dem Singen, der Andacht sehnen. Mir geht es auch so. Und wir müssen warten. Oder vielleicht sehnen Sie sich nach dem Besuch von Verwandten oder Freunden. Ich habe meine kleine Nichte in Sherwood Park nicht mehr gesehen, seit es kalt geworden ist. Und der Besuch in Deutschland, wo es noch eine neue Nichte gibt, ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Wir sehnen uns, wir warten, und es ist schwer. Vielleicht sehnen Sie sich wie ich auch nach mehr Gerechtigkeit auf der Erde, nach einem Ende von Krieg und Gewalt, nach Versöhnung zwischen Feinden, nach einer Gesellschaft, in der es nicht um Profit geht und unter der die Schwachen und die Natur nicht so schrecklich leiden. Im Grunde sehne ich mich nach Gottes Reich und Heil. Sie auch?

Und wenn die Erfüllung der Sehnsucht sich verzögert, wenn wir immer weiter warten müssen: Was machen wir dann? Weiter warten, ja. Aber es kann dann auch sein, dass wir die Hoffnung verlieren. Werde ich das Ende von Corona noch erleben? Werde ich meine guten Freunde je wiedersehen? Wird die Kirche, vor allem die deutsche Gemeinde, irgendwann weitergehen, oder ist es jetzt ganz aus mit ihr? Warum lassen Gottes Reich und Heil für unsere Welt so lange auf sich warten—kommen sie noch? Wo ist Gott? Warum hat Gott unsere Gebete um Gesundheit, Gerechtigkeit, Verschonung und Heil noch nicht erhört? Warum müssen wir immer weiter warten und so viel Leiden sehen? Wo ist Gott?

Liebe Freunde, ich bin gerade mitten in einem Seminar über die Psalmen, das Gebet- und Gesangbuch der Bibel. Und die Psalmen haben eine Antwort auf diese Fragen. Erstens: Diese Fragen sind legitim, unsere Enttäuschung ist legitim, sogar unsere Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung sind legitim. Und zweitens: Die Beter der Psalmen wenden sich mit diesen Fragen und Gefühlen an Gott. Sie klagen Gott ihre Not, schütten ihr Herz aus, beklagen sich, sie klagen Gott manchmal sogar an, sie fragen “Wo bist Du, Gott?”, sie erinnern Gott an Gottes Verheißungen und fordern ihn auf zu handeln. Mir ist das ein großer Trost. Wenn ich nicht mehr genug Hoffnung habe um zu bitten, kann ich klagen.

Zum Beispiel Psalm 13:
HERR, wie lange willst du mich so ganz vergessen?
Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir?
Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele und mich ängsten in meinem Herzen täglich? Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben?
Schaue doch und erhöre mich, HERR, mein Gott!
Erleuchte meine Augen, dass ich nicht im Tode entschlafe,
dass nicht mein Feind sich rühme, er sei meiner mächtig geworden,
und meine Widersacher sich freuen, dass ich wanke.

Und das Wunder, dass dann in den Psalmen fast immer geschieht, ist dass der Psalmbeter durch die Klage neues Vertrauen in Gott und neue Hoffnung findet. So endet Psalm 13 mit diesem Vers: Ich traue aber darauf, dass du so gnädig bist; mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst. Ich will dem HERRN singen, dass er so wohl an mir tut. Im klagenden Reden mit Gott erlebt der Psalmbeter Gottes Gegenwart. Gott hört zu, wendet sich dem Beter zu. Und der Beter erinnert sich an Gottes Verheißungen, an Gottes Wesen, an dem er gezweifelt hatte, und fasst neue Hoffnung. Der Psalm endet mit einem Lob. (Aber: Das Lob kommt erst nach der Klage!)

Ich habe es inzwischen selbst ausprobiert, vor Gott zu klagen. Das ist etwas Neues für mich, es ist anders als zu bitten. Und Freunde, ich finde es heilsam, tröstlich. Ich spüre Gott dann wieder. Und ich kann dann auch wieder bitten und loben, die Verzweiflung weicht: Weil ich Gott mein Leid geklagt habe. Ich will das Klagen nicht mehr überspringen.

Was also können wir tun in der Zeit des endlos scheinenden Sehnens und Wartens? Klagen. Wenn andere Formen des Gebets versagen, können wir klagen. Vor Gott und zu Gott klagen. Und danach anfangen aufzuatmen.

Der Advent ist eine Zeit der Sehnsucht, des Wartens. Warum also nicht unsere Sehnsucht und unser Leid Gott ganz besonders im Advent klagen? Wir sehnen uns schließlich nach Gottes Reich und Heil, nach Gott selbst. Denken Sie nur an Strophen 4 – 7 von “O Heiland, reiß die Himmel auf”:
4 Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, Darauf sie all ihr Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal, Komm tröst uns hier im Jammertal. (Klage & Bitte)

5.O klare Sonn, du schöner Stern, Dich wollten wir anschauen gern;
O Sonn, geh auf, ohn’ deinen Schein, In Finsternis wir alle sein.
(Sehnsucht & Bitte)

6. Hier leiden wir die größte Not, Vor Augen steht der ewig Tod.
Ach komm, führ uns mit starker Hand Vom Elend zu dem Vaterland.
(Klage & Bitte)

7. Da wollen wir all danken dir, Unserm Erlöser, für und für;
Da wollen wir all loben dich Zu aller Zeit und ewiglich. (Lob)

Im adventlichen Klagen und Sehnen und Gotteslob Ihnen verbunden
grüße ich Sie sehr herzlich,
Andrea Wilhelm

Liebe Freunde,

Noch einige Zeilen von mir, Pastorin Ingrid, mit einem besonderen Angebot: Wir, die Pastorinnen, und Andrea würden Ihnen gern am 24. Dezember einen Weihnachtsgruss Ihrer Trinitatis-Gemeinde vorbei bringen. Getrennt durch ein Fenster oder eine Glasscheibe könnten wir uns zuwinken oder gemeinsam am Telefon reden oder gar singen. Wenn Sie in einem Seniorenheim wohnen, würden wir uns am Eingang treffen und durch eine Glastür getrennt miteinander am Telefon reden oder uns einfach zuwinken. Wenn Sie wünschen, würden wir Ihnen auch ein abgepacktes Abendmahl vorbei bringen.

Bitte rufen Sie im Büro an 780-433-1604 wenn Sie an diesem Weihnachtsgruss teilnehmen möchten. Wir freuen uns darauf.

Ihre Pastorin Ingrid und Pastor Erin

Brief an die deutsche Gemeinde
25. November 2020

Liebe Mitglieder der deutschen Gemeinde,

Wir leben in Zeiten, in denen wir flexibel mit Nachrichten, Neuigkeiten und neuen Vorgaben umgehen müssen. Gestern (24. November) hat die Regierung in Alberta neue Richtlinen erlassen, die unsere Pläne und Ideen für den Advent und das Weihnachtsfest verändert haben. Aufgrund der steigenden Zahlen von COVID-19 erkrankten Menschen sind wir sehr darum bemüht Ihre und unserer aller Gesundheit zu erhalten und jede mögliche Ansteckung zu vermeiden.

Wir folgen der dringenden Aufforderung unseres Bischofs Larry Kochendorfer und werden die Gottesdienste im Advent nicht in Person feiern, sondern – wie bisher – aufnehmen und durch das Internet verteilen. Im Advent und auch Weihnachten werden wir im Internet Gottesdienste in der deutschen und englischen Sprache anbieten. Eine Möglichkeit wäre vielleicht Ihre Kinder oder Enkelkinder zu fragen ob sie einmal mit Ihnen auf die Webseite der Trinitatis-Kirche gehen. Dort finden Sie unsere Gottesdienste.

Ich weiss, wie wichtig für viele von Ihnen die Gottesdienste im Advent sind, die vertrauten Lieder, die Texte, die adventlich geschmückte Kirche, die Gemeinschaft. Mit Ihnen vermisse ich das Singen der Lieder und die gemeinsamen Gebete, den Adventsbasar und das Krippenspiel. Ich hoffe und bete, dass es bald einen Impfstoff für alle geben wird und wir uns wieder in vertrauter Runde versammeln können.

Am letzten Sonntag haben wir den Ewigkeitsonntag gefeiert und all derer gedacht, die im letzten Kirchenjahr gestorben sind. Während Frank Thede die die Kerzen anzündete, habe ich die Namen vorgelesen. Mit den Worten des 121. Psalms nehmen wir Abschied

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der Herr behüte dich vor allem Übel,er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Mit dem Ewigkeitssonntag nehmen wir Abschied von dem alten Kirchenjahr und gehen in den Advent hinein, wartend auf das Weihnachtsfest und die Geburt Jesu Christi, dem Sohn Gottes. Wir zünden Kerzen an . . . und warten. Wir warten auf so vieles: Auf einen Impfstoff, auf ein Wiedersehen mit Freunden, auf das Ende des Winters, auf bessere Zeiten. Wir zünden Kerzen an und warten . . . auf die Geburt des Einen, der uns Licht ist in der Dunkelheit, Hoffnung auf dem Weg, Beistand in aller not. Wir geben nicht auf, denn er ist da: Jesus Immanuel – Gott mit uns. So singen wir:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit,
Ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,
Der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

Ihre / Eure Pastorin Ingrid

Brief an die deutsche Gemeinde
10. November, 2020

Liebe Gemeinde,

Es tut mir leid, dass dieser Brief Sie Euch etwas später erreicht. Aber leider mussten wir das Kirchenbüro in den letzten zwei Wochen schließen. Sorin, Heinz, Pastorin Erin und ich haben uns auf COVID-19 testen lassen müssen und konnten daher die Kirche nicht betreten. So haben, wir, wie schon vorher, von unseren „home offices“ aus gearbeitet. Wir sind froh, dass die Testergebnisse negativ ausfielen, seit Montag, dem 8. November, ist das Büro wieder besetzt.

Es sind keine einfache Zeiten. Nicht für diejenigen, die den täglichen Umgang mit ihrer Familie vermissen, noch für diejenigen, die ihre Lieben im Krankenhaus oder Seniorenheim wissen, noch für diejenigen, die ihre Freunde vermisssen und ihren sonntäglichen Gottesdienst.

Es sind keine einfachen Zeiten, besonders nicht für diejenigen, die in diesen Wochen und Monaten Menschen verloren haben, die zu ihrem Leben gehörten. Wir denken besonders an Melida Kunz, John Meyer und Fred Whiting. Bitte beten Sie für die Familien von Melida, John und Fred, für Ursula und Jean.

Am Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, erinnern wir uns an die Verstorbenen und an das ewige Leben, in das sie eingegangen sind. In der Bibel steht der Begriff Ewigkeit für die alle Zeiten umfassende Allmacht Gottes. Und wir hoffen und glauben, dass alle Zeit liegt in Gottes Hand liegt. Während die Schöpfung und der Mensch der Endlichkeit unterliegen, regiert Gott „von Ewigkeit zu Ewigkeit“.

Das Kirchenjahr endet mit dem Ewigkeitssonntag, das neue Jahr beginnt mit Advent. Advent – das ist eine Zeit der Vorfreude und Vorbereitung, der Stille und der Erwartung. Vier Kerzen am Adventskranz, vier Sonntage zwischen dem Ewigkeitssonntag und dem Heiligen Abend stimmen ein auf das besondere Fest. Denn Advent heißt Ankunft: Wir erwarten die Ankunft Gottes in dieser Welt, Licht in der Dunkelheit.

Gemeinsam mit unserem Arbeitskreis COVID-19 haben wir darüber nachgedacht, wie wir diese besondere Zeit feiern wollen.

Wir beginnen mit Andachten im November, bitte lesen Sie ausführlich den beigelegten Brief von Andrea Wilhelm. Andrea wird sich im November jede zweite Woche mit einer kleinen Gruppe am Dienstag treffen, ab Ende November werden Andrea und ich (Pastorin Ingrid) uns abwechseln und einmal wöchentlich Zusammentreffen und Andachten anbieten. Es ist sehr wichtig, dass Sie vorher im Büro anrufen und sich anmelden.

Ausserdem planen wir einen Gottesdienst in der Trinitatiskirche am 1. Advent um 10:00 Uhr, am 3. Advent zur selben Zeit und auch am Heiligen Abend. Bald mehr Informationen.

Ich frage mich oft, wie es Ihnen und Euch gehen mag, Briefe oder Telefongepräche sind wichtig, aber ersetzen nicht das Miteinander im Gepräch. Dennoch, bitte rufen Sie Pastor Erin oder mich an, wenn Sie mit einem der Pastorinnen sprechen wollen.

Bitte beten Sie auch für Mitglieder unserer Gemeinde, die auf Genesung hoffen Otto und Irene , Helene und Jack, Brian und Faye, Ernie und seine Familie, Thea.

Ich schließe mit einem Gebet für uns alle:
Barmherziger Gott, von alters her haben deine Propheten verheißen,
dass du den Messias in die Welt sendest.
Wir haben sein Licht gesehen und warten doch sehnsüchtig, dass er wiederkommt
und sein Werk vollendet, er, auf dem der Geist der Weisheit und der Stärke ruht.
Du hast verheißen, dass einer kommen wird den Weg zu bereiten.
Voller Sehnsucht suchen wir nach Menschen, die heute deinen Weg bereiten.
In den Wüsten des Lebens, wo Menschen am Sinn ihres Lebens verzweifeln.
Du hast verheißen, dass Tränen getrocknet und Herzen getröstet werden.
für Menschen die trauern. und denen persönliche Verlusterfahrungen das Herz schwermachen. Treuer Gott, du lässt unser Hoffen und Sehnen nicht vergebens sein. Nimm dich unserer Bitten an und halte die Sehnsucht in uns wach
durch Christus unseren Herrn und Heiland. Amen.

Ihre Pastorin Ingrid

Kleine Gesprächskreise/Andachtszeiten auf Deutsch

“Wo zwei oder drei versammelt sind . . .”

Liebe Freunde!

Vielleicht haben Sie schon gehört, dass ich seit September Theologie studiere. Jedes Semester soll ich ein kleines Praktikum in der Gemeinde machen. Dieses Semester möchte ich an vier Dienstagnachmittagen eine Zeit auf Deutsch in der Kirche anbieten, in der wir zusammen ein Wort aus der Bibel und eine kurze Andacht hören, darüber sprechen und zusammen beten. Vielleicht können wir auch ein Lied anhören (zusammen Singen ist leider nicht erlaubt).

Die Pastoren und der Gemeinderat wissen, dass viele von Ihnen die Kirche sehr vermissen (ich auch), und hoffen, diese kleinen Kreise werden uns gut tun.

Die ersten beiden Termine sind Dienstag, den 10. und 24. November, 13:30 bis 14:15 Uhr.

Wegen Corona haben wir die Teilnehmerzahl pro Treffen auf 10 Personen beschränkt. Deshalb bitte ich Sie, sich vorerst für nur einen der beiden Termine anzumelden. Rufen Sie dazu einfach im Büro an (780-433-1604). Anmeldeschluss ist Montag, der 9. November.

Wir werden uns streng an die Regelungen von Alberta Health halten. Das heißt, Masken sind Pflicht, wir halten immer 2m Abstand voneinander, es wird nichts zu essen oder zu trinken geben, und wir werden nach der Veranstaltung die Kirche sofort verlassen (ohne noch zusammen zu stehen, leider). Außerdem bleiben Sie bitte zu Hause, wenn Sie sich nicht gesund fühlen oder jemand, mit dem Sie Kontakt hatten, Covid bekommen hat. Der zweiwöchige Abstand der Termine ist auch eine Sicherheitsmaßnahme, denn die Inkubationszeit beträgt 2 Wochen.

So viele ernste Worte . . . mit Corona ist leider nicht zu spaßen, und der Kirche liegt die Sicherheit von uns allen am Herzen. Aber mit diesen Sicherheitsvorkehrungen sind wir auch getrost, dass wir uns in Trinity treffen können.

Ich hoffe, Sie am 10. oder 24.11. zu sehen,
Andrea Wilhelm
(Kirchengemeinderätin und nun auch Theologiestudentin)

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Ein Brief im Oktober: Alle gute Gaben . . .

14. Oktober 2020

Liebe Mitglieder der deutschen Gemeinde, liebe Freunde:

Es gibt momentan verwirrend viele Gesetze, Regeln, Vorschriften, Gebote. Was aber ist in diesem Wirrwarr an Weisungen wirklich wesentlich? Gibt es eine Rangordnung der Gebote? Gibt es ein Gebot, das alle anderen enthält, so dass die Befolgung dieses einen alle anderen mit einschließt? Gibt es ein Gebot, das uns “eins” macht, wenn wir danach leben? Ein Gebot, das uns sammelt, uns eine Mitte gibt, um die sich alles andere ordnen kann?

Jesus gibt eine Antwort darauf „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben – und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Am „Liebesgebot,“ so sagt Jesus, „hängt das ganze Gesetz.“ Eigentlich ganz klar: „Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses zu. So ist die Liebe die Vollendung des Gesetzes,“ argumentiert der Apostel Paulus. Und er liefert gleich die Gegenprobe: Nimm die Liebe weg, und alles andere wird leer und schal. Eine Gerechtigkeit ohne Liebe wird zur Härte; Klugheit ohne Liebe wird zur listigen Schlauheit; Mut ohne Liebe wird zur Waghalsigkeit; nichts geht gut ohne die Liebe. Alles gelingt, wenn die Liebe der Motor ist.

Das Ja zum Anderen: Das ist vielleicht die treffendste Definition der Liebe. Der Heilige Augustinus, den Martin Luther oft zitierte, sagt einmal: „Liebe, das heißt: Ich will, dass du bist.“

Liebe braucht Erfahrung. Worte genügen nicht. Wer zu mir zuerst gesagt hat: „Ich will, dass du bist,“ der hat mich zuerst geliebt. Gott hat das zu mir gesagt, als meine Eltern noch nicht wussten, dass sie mich empfangen haben. Er hat uns zuerst geliebt. Daher sollen wir auch Gott zuerst lieben. Nicht nur ein bisschen, sondern mit allen Kräften von Seele und Leib.

Aber Gott ist unsichtbar. Wie weiß ich, ob ich ihn liebe? Nur durch das zweitgrößte, gleich große Gebot: die Nächstenliebe! Sie ist der Beweis der Gottesliebe. Dass Gott uns zuerst geliebt hat, erfahren wir durch Menschen, die zu uns Ja sagen. Von Gott aber bekommen wir die Kraft zu lieben. Weil Gott die Liebe ist. Amen.

Lasst uns beten:

Die Tage der Ernte sind gekommen; es ist Zeit, dir zu danken,
du reicher Gott, du gibst uns aus deiner Fülle: Von deiner Liebe leben wir. Segne die, für die wir dich bitten.

Wir danken dir für unser Leben und das Leben derer, die uns lieb sind.
Wir bitten dich für diejenigen, die um ihr eigenes Leben und das Leben ihrer Angehörigen fürchten.

Wir danken dir für unser tägliches Brot und für den Reichtum in unserem Land. Wir bitten dich für alle auf der Welt, denen das Nötigste zum Leben fehlt. Wir danken dir für das gute Klima in unserem Land und die reiche Ernte. Wir bitten dich für alle, die unter Missernten und den Folgen von Stürmen und Überschwemmungen leiden.

Wir danken dir für den Frieden in unserem Land und für alle, die anderen Frieden, Glück und Zuneigung schenken. Wir bitten dich für alle, die unter Krieg und Gewalt überall auf der Welt leiden.

Wir bitten dich um Segen für alles, was in deinem Namen geschieht. Es ist Zeit, dir zu danken, du reicher Gott, du gibst uns aus deiner Fülle. Von deiner Liebe leben wir. Höre unsere Bitten. Segne deine ganze Schöpfung.
Amen.

„Wir pflügen und wir streuen, den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen, steht in des Himmels Hand.
Der tut mit leisem Wehen, sich mild und heimlich auf und träuft,
wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm dankt, drum dankt ihm dankt, und hofft auf ihn!“

Ihre / Eure
Pastorin Ingrid

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Albertaner

Die deutsch-kanadische Zeitung Albertaner ist jetzt auch im Internet und kann online unter www.albertaner.ca abgerufen und gelesen werden. Bitte abonnieren sie den Albertaner. Für weitere Details klicken Sie bitte hier.

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Ein Brief im September: Gedanken zum Herbst

15. September 2020

Liebe Mitglieder der Trinitatis Gemeinde, liebe Freunde,

Der Herbst zieht ein. Schon verfärben sich sich die ersten Blaetter, werden die Nächte kälter und die Tage kühler. Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber ich mag den Herbst, mag die Farbenpracht, das besondere Licht und Luft, die so ganz anders ist als an den heissen Sommertagen. Ich mag den Herbst, meinetwegen kann er ein wenig länger bleiben und der Winter ein wenig später kommen, oder?

Der deutsche Dichter Rainer Maria Rilke hat ein wunderschönes Gedicht zum Herbst geschrieben:

Der Herbst verbreitet eine eigenartige Stimmung. Wir freuen uns an seiner Schönheit, zugleich mischen sich Wehmut und Trauer da hinein. Die Blätter, die wir soeben noch bewundert haben, sie welken, fallen ab und sterben. “Wir alle fallen.” So nimmt Rilke in seinem Gedicht die Blätter zum Anlass, um auf uns Menschen zu sehen. Wie der Weg der Blätter so ist auch der unsere vorgezeichnet. Wir werden fallen und aus dieser Welt gehen und keiner bleibt davon ausgenommen – “es ist in allen”.

Solche Gedanken lassen Wehmut aufkommen. Sie verstärken diese eigenartige Stimmung im Herbst.

Rilke hat in seinem Gedicht versucht, diese Stimmung aufzunehmen, um ihr am Ende eine unerwartete Wendung zu geben: es ist einer da, der mein Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält. Wir wissen, dass wir nicht nur im Leben geborgen sind, sondern auch danach—wir wissen von dem Einen, der uns in seiner Hand behält – sanft und geborgen. So wie es in unserem bekannten Kirchenlied heisst: „So nimm denn meine Hände, und führe mich. Bis an mein selig Ende, und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt, wo du wirst gehen und stehen, da nimm mich mit.“
So segne Gott uns alle und behüte uns,
er erhebe sein Angesicht auf uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen!

Ihre – Eure Pastorin Ingrid

P.S. Am kommenden Sonntag, dem 20. September, um 1 Uhr feiern wir einen Gottesdienst auf dem Friedhof in Ellerslie (Adresse: Ellerslie Road SW 9515) Alle sind herzlich willkommen! Wir denken nicht nur an die, die uns vorausgegangen sind, sondern beten für alle, die in und an diesen schwierigen Zeiten leiden. Bitte einen Stuhl mitbringen, eventuell eine Decke und eine Maske. Hot Cider wird angeboten!

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Ein Brief an die deutsche Gemeinde
16. August 2020

Liebe Mitglieder der Trinitatis Gemeinde, liebe Freunde,

Vor einigen Jahren wanderte eine Urlauberin mit ihrem Sohn auf einem engen Wanderpfad direkt am Lake Minnewanka (in der Nähe von Banff) entlang. Plötzlich begegnete ihr auf dem Weg . . . eine Grizzly Bärin mit ihren beiden Jungen. Einige Schrecksekunden stehen Mensch und Bärin sich gegenüber. Dann hebt die Bärenmutter ihre Tatze und scheucht ihre Jungen auf den nächsten Baum. Zur gleichen Zeit schiebt die menschliche Mutter ihr Kind hinter sich. Sie beginnt langsam, ruhig und gelassen zur Bärenmutter zu reden um sie zu beruhigen. Die Bärin brummt langsam und leise, beide gehen vorsichtig einige Schritte zurück und gehen dann in die Richtung zurück aus der sie gekommen sind. Nichts ist passiert. Die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.

Das Evangelium für Sonntag, den 16. August, hat ebenfalls diese Aussage: Die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Der Text steht bei Matthäus im 15. Kapitel und dort heisst es: Jesus verließ Gennesaret und zog sich in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Und sieh doch: Eine kanaanitische Frau aus dieser Gegend kam zu ihm. Sie schrie: »Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem bösen Dämon beherrscht!« Aber Jesus gab ihr keine Antwort. Da kamen seine Jünger zu ihm und baten ihn: »Schick sie weg! Denn sie schreit hinter uns her!« Aber Jesus antwortete ihnen: »Ich bin nur zu Israel gesandt, dieser Herde von verlorenen Schafen.« Aber die Frau warf sich vor ihm nieder und sagte: »Herr, hilf mir doch!« Aber Jesus antwortete: »Es ist nicht richtig, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwerfen.« Die Frau entgegnete: »Ja, Herr! Aber die Hunde fressen doch von den Krümeln, die vom Tisch ihrer Herren herunterfallen.« Darauf antwortete ihr Jesus: »Frau, dein Glaube ist groß! Was du willst, soll geschehen!« In demselben Augenblick wurde ihre Tochter gesund. (Matthäus 15,21-28)

Eine Begegnung in Kanaan: Dort hat eine Mutter eine sehr kranke Tochter. Welche Mutter, welcher Vater kann schon das eigene Kind leiden sehen? Und diese Frau war verzweifelt. Sie war verzweifelt genug, um die Regeln zu brechen, die damals galten. Sie sprach in der Öffentlichkeit einen Mann an. Und nicht nur einfach einen Mann, sondern Jesus, der schon ziemlich bekannt war. Und sie sprach bzw. schrie nicht nur, sondern warf sich auch noch vor ihm nieder. Die Jünger Jesu wurden schon unruhig. Aber Jesus blieb gelassen, denn er kannte seine Mission. Und die war erst einmal an seine Mit – Juden gerichtet.

Lassen Sie uns noch einmal näher hinschauen. Jesus kümmert sich erst einmal nicht um die Gefühle der Frau. Es sind eher seine Jünger, die es stört, dass eine Frau alle Regeln bricht. Jesus kommentiert es überhaupt nicht. Im Gegenteil. Er erinnert nur, dass er in erster Linie zu den jüdischen Menschen gesandt wurde, Gottes erwähltem Volk. Diese Frau überschreitet eine Grenze. Sie gehört nicht zur Familie. Aber sie beeindruckte Jesus mit ihrer Ausdauer – und er wendet sich an sie mit den Worten: „ Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.“ Hunde war damals ein beliebter Ausdruck für die Leute aus Kanaan. Aber die Frau aus Kanaan ist ohne Furcht und schlagfertig: „Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen.“

Jesus—endlich—sieht sie und erkennt, wer sie ist, eine Frau voller Glaube und Liebe. Und er erwidert: „Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen.“

Damit weitet Jesus seine Mission aus und bricht die Mauern zwischen Juden und Nichtjuden nieder. Er nimmt die auf, die vorher „nicht zur Familie“ gehörten. Das war ein großer Schritt für ihn. Der Evangelist Matthäus beschreibt hier, wie Jesus Jahrhunderte Jahre alte Vorurteile und Mauern niederreißt und sich Menschen zuwendet, die er vorher nicht sah. Er öffnete damit die Tür zur weltweiten Mission. Nicht mehr nur sein Volk der Juden sollte sich verändern, sondern jetzt . . . alle Menschen. Er wurde von einer verzweifelten Mutter überzeugt, diesen Schritt zu tun und in Zukunft wird er noch vieles mehr tun: sich den Kindern zuwenden und den behinderten Menschen und den Frauen und Aussenseitern seiner Gesellschaft.

Wer sind für uns die anderen? Gibt es für uns Menschen, die wir als Hunde bezeichnen würden? Wen erkennen wir als unseren Nachbarn an? Haben wir in unseren Herzen noch Spuren von Rassismus?

Es gibt es Mauern zwischen den Menschen. Manchmal fühlen sich Menschen in unserer Gegenwart nicht willkommen. Menschen leben um uns herum, die an den Rändern der Gesellschaft stehen. Menschen leben mit uns, die zweifeln. Jesus wandte sich allen Menschen zu. Damit veränderte er sich und wurde zum Heiler aller Menschen. Die Frau aus Kanaan veränderte sich, weil ihr jemand zuhörte. Und ihre Tochter wurde geheilt.

Veränderungen machen Angst, besonders wenn dass, was wir so lange für richtig hielt, auf einmal in Frage gestellt wird. Veränderungen machen Angst, gerade in den Zeiten, in denen wir leben. Wenn wir unsicher sind, ängstlich oder überfordert, dann setzen wir enge Grenzen, reagieren aus Angst heraus, manchmal werden wir ungerecht und sogar lieblos.

Die Frau in unserem Evangelium erinnert uns daran, dass in Jesus Christus wir alle eins sind. Wir alle leben aus Gottes Gnade heraus. Das gilt für Alte und Junge, Arme und Reiche, mit Haus oder ohne, Schwarz und weiß, LGBTQ . . ., Mann und Frau. Seine Gnade reicht für alle und jeden und jede.

Wir sind alle Gottes Kinder—natürlich, manche Türen müssen noch geöffnet werden und manche Grenzen überschritten, Vorurteile und Nachrede überwunden und übersetzt werden in Worte der Anteilnahme, des Verständnisses und der Liebe – im Namen Gottes! Amen.

Gott segne uns alle und behüte uns,
er erhebe sein Angesicht auf uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen!

Ihre –Eure Pastorin Ingrid

PS: Bitte vormerken: Wir feiern einen Gottesdienst “im Grünen“ am Sonntag, dem 6. September um 11 Uhr. Mehr Information wird Sie Anfang September erreichen. Wenn Sie Fragen haben, bitte rufen Sie unser Büro an: 780 433 1604.

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Brief an die deutsche Gemeinde
28. Juli 2020

Liebe Mitglieder der Trinitatis – Gemeinde, liebe Freunde,

In meinem letzten Brief an Sie / Euch habe ich noch einmal auf unser Wahlverfahren hingewiesen. Nun bin ich froh Ihnen miteilen zu dürfen, dass Erin Thomas, unsere ehemalige Vikarin, zum „Associate Pastor“ gewählt wurde. 84% der Wähler haben Ihrer Wahl zugestimmt. Das ist eine gute Nachricht!

Ich weiss dass einige von Ihnen sich fragen, ob ein zweiter Pastor, eine zweite Pastorin denn notwendig sei, gerade in diesen Zeiten.

Ich möchte Ihnen gerne darauf antworten: Gerade in diesen Zeiten ist es notwendig, sich der Frage zu stellen, wie wir Kirche sein können für unsere Mitglieder, wie wir Kirche sein können wenn alle Beschränkungen wieder aufgehoben sind, und wie wir Kirche sein können im 21. Jahrhundert. Das ist harte Arbeit. Aber seien Sie versichert, dass die Pastoren und church council sich diesen Fragen stellen um Kirche sein zu können, heute und in Zukunft.

Wir leben in unsicheren Zeiten, das ist keine Frage. Umso wichtiger ist, immer wieder nach Worten der Hoffnung, des Mutes und der Zuversicht zu fragen. Die Lesung am Sonntag, dem 26. Juli ist so ein Wort der Hoffnung. Sie steht im Brief des Paulus an die christliche Gemeinde in Rom, im 8. Kapitel. Dort heisst es:

„Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ (Römer 8, 35 – 39)

Vor den Schranken der römischen Gerichte haben die frühen Christen im ersten Jahrhundert oft gestanden. Auch der Apostel Paulus wird wegen seiner Missionstätigkeiten angeklagt. Er wird in Ephesus in das Gefängnis geworfen und muß mit wilden Tieren kämpfen. Es gab Situationen, in denen Paulus meint, sein letztes Stündlein habe geschlagen. Viele seiner Glaubensfreunde in Rom und an anderen Orten im Römischen Reich werden vor Gericht und vor den Richter gezogen und gestellt. Häufig wird kurzer Prozess gemacht. Die frühen Christen haben die Worte des Apostels haben immer wieder abgeschrieben und sich gegenseitig vorgelesen, immer wieder, um sich Mut zu machen.

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.

Im Kampf vor Gericht, im Kampf um das eigene Leben weisen die Worte des Paulus auf einen ganz besonderen Anwalt und Fürsprecher: ein Anwalt und Fürsprecher, der sich für uns hingibt; ein Anwalt und Fürsprecher, der seinen eigenen Sohn an Stelle anderer den Preis zahlen lässt; ein Anwalt und Fürsprecher, der für uns spricht, auch wenn vieles gegen uns spricht.

Wir haben einen Anwalt und Fürsprecher, der uns nicht wegen eines verlockenden Honorares verteidigt. Unser Anwalt und Fürsprecher tritt buchstäblich für uns ein: Er nimmt auf sich, was uns vorgehalten und vorgeworfen wird; er bezahlt unseren Schuldschein, unsere Rechnung. Dieser wunderbare Tausch oder “fröhliche Wechsel”, wie es Martin Luther einmal formuliert, ist die Botschaft des Apostel Paulus: Wer kann uns scheiden . . . ?

Der Schriftsteller, Theologe und Pfarrer Lothar Zenetti (1926 – 2019) beschreibt in seinem Gedicht „Am Ende die Rechnung“ auf eine besondere Art und Weise die Liebe Gottes zu uns:

„Einmal wird uns gewiß die Rechnung präsentiert
für den Sonnenschein und das Rauschen der Blätter,
die sanften Maiglöckchen und die dunklen Tannen,
für den Schnee und den Wind,
den Vogelflug und das Gras
und die Schmetterlinge,
für die Luft, die wir geatmet haben,
und den Blick auf die Sterne
und für alle die Tage,
die Abende und die Nächte.

Einmal wird es Zeit, daß wir aufbrechen und bezahlen:
„Bitte die Rechnung.“

Doch wir haben sie ohne den Wirt gemacht:
Ich habe euch eingeladen,
sagt der und lacht, soweit die Erde reicht:
Es war mir ein Vergnügen!“

Ein Gebet
Gott, unendliche Weisheit,
jeden Tag begegnen uns Spuren deiner Gegenwart,
verborgen in der Welt wächst dein Reich.
Öffne uns die Augen, dass wir Eingang finden in dein Reich.
Schenke uns Einsicht und Weisheit, dass wir schon jetzt danach leben.
Dir sei Lob und Ehre in Ewigkeit. Amen.

Aus dem Gesangbuch Lied # 329: Bis hierher hat mich Gott gebracht

Bis hierher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte,
bis hierher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte,
bis hierher hat er mich geleit, bis hierher hat er mich erfreut,
bis hierher mir geholfen.

Hab Lob und Ehr, hab Preis und Dank für die bisher‘ge Treue,
die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue.
In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Großes mir getan,
bis hierher mir geholfen.

Hilf fernerhin, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden.
Hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden.
Damit sag ich bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott;
er hilft, wie er geholfen.

Ihre und Eure Pastorin Ingrid

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Brief an die deutsche Gemeinde
8. Juli 2020

Liebe Mitglieder und Freunde der deutschen Gemeinde,

Den letzten Brief aus Ihrer Trinitatis—Gemeinde haben Sie vor einigen Tagen erhalten, einen Brief in der englischen Sprache von Silvia Becker, council chair, und Peggy Boss, chair des call committees. Vielleicht haben Sie Fragen zu den Informationen, die Sie erhalten haben? Bitte zögern Sie nicht, das Kirchenbüro anzurufen (780-433-1604).

Es ist aufregend und zukunftsweisend für eine Gemeinde einen zweiten Pastor zu rufen. Ich möchte Ihnen gern eine kurze Zusammenfassung geben über das, was bisher geschah und was noch geschehen muss: Im Januar, beauftragte church council ein call committee, nach einem zweiten Pastor oder einer zweiten Pastorin zu suchen. Wir haben uns an die Gemeinde gewandt und die Gemeinde gebeten, uns mitzuteilen, welche Eigenschaften ein zusätzlicher Pastor haben sollte. Nachdem wir dies Gemeindemitgliedern hörten und auch nachdem unser Schatzmeister, Frank Thede, sein okay gegeben hatte, entschied das call committee einstimmig Erin Thomas als einzige Kandidatin vorzuschlagen. Nach einem langen und intensiven Gespräch, stimmte auch church council einstimmig dafür, Erin Thomas der Gemeinde als Kandidatin vorzuschlagen. Wegen COVID-19 konnten wir leider zu keiner Gemeindeveranstaltung einladen, so haben wir in Briefen und durch das Internet zu Telefonkonferenzen eingeladen, die Anfang Juli stattfanden.

Nun ist Wahl – Zeit: Sie haben sicherlich in Ihrem Brief eine Wahlbescheinigung erhalten. Diese muss spätestens am 17. Juli im Kirchenbüro eintreffen. Wenn dies nicht möglich ist, so kommen Sie bitte persönlich zur Kirche und wählen Sie entweder am:
Samstag, dem 18. Juli von 12 bis 3 PM oder
Sonntag, dem 19. Juli von 11 AM bis 2 PM

Auf der letzten Seite des vorherigen Briefes (des Briefes von church council and call commitee) finden Sie häufig gestellte Fragen und Antworten, z.B. zu den Finanzen, der deutschen Sprache und mehr. Vielleicht sind einige der Fragen auch Ihre Fragen. Ich hoffe, Sie finden die Antworten befriedgend, wenn nicht, bitte rufen Sie uns an!

Hier sind noch andere Nachrichten aus Ihrer Gemeinde:

1. Eine Arbeitsgruppe COVID-19 ist gegründet worden (Rosanne Thede, Jeff Gusdal, Bobbi Belsek, Monica Bishop und Pastorin Ingrid). Mit Hilfe der Vorschriften von Alberta Health und den Vorschlägen der Synode von Alberta haben wir an Bestimmungen für z.B. Hochzeiten, Beerdigungen und Versammlungen von kleinen Gruppen gearbeitet. Wir haben auch entschieden, vorerst keine Sonntags-Gottesdienste zu feiern, das Risiko der Ansteckung besonders für unsere älteren Gemeindemitglieder ist einfach zu hoch. Vielen Dank für Ihre Geduld und für Ihre Gebete.

2. Vielleicht haben Sie in den Nachrichten gehört, dass die Stadt Edmonton die Sportzentren wieder geöffnet hat. Damit fallen die Schlafplätze für viele Menschen ohne Wohnung weg. Mustard Seed hat sich wieder an die Trinitatis-Gemeinde gewandt und um Übernachtsmöglichkeiten für unsere heimatlosen Nachbarn gebeten. Church council hat dem zugestimmt. Es ist wichtig zu helfen, auch um die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern. Die Übernachtung geschieht nach strengen Regeln, die Kirche wird täglich gereinigt und desinfiziert. Finanziert wird das Projekt durch die Regierung von Alberta.

3. Bitte beten Sie für die Familien und Freunde von Olga Lukat, Martha Fester und Mathilde Kaiser (früher St. Paulus-Gemeinde). Olga, Martha und Mathilda haben Ihren Frieden in Gott gefunden und ruhen in Gottes Händen und seinem Frieden.

Das ist alles für heute, der nächste Brief enthält wieder eine Andacht. Für heute möchte ich mich von Ihnen verabschieden mit den Worten des Apostel Paulus aus dem Römerbrief 8, 35 – 39:
„Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“

Ihre / Eure Pastorin Ingrid

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Brief an die deutsche Gemeinde
31. Mai 2020

O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an,
dass jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann.
(Lied zu Pfingsten # 124,1)

Liebe Gemeinde und Freunde der Trinitatis-Kirche,

am 31. Mai haben wir das Pfingstfest gefeiert und obwohl wir uns nicht in unserer Kirche versammeln konnten, so wurde diese doch festlich geschmückt. Herzlichen Dank, Adam und Helga Roth.

Wenn wir an das Pfingstwunder damals in Jerusalem nachdenken, so stand eine Frage im Mittelpunkt. Die Frage: Was will das werden? – So fragten damals diejenigen, die das Pfingstwunder in Jerusalem beobachteten, ratlos und entsetzt: Was will das werden? Denn da war ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm, aber keiner kam zu Schaden, und sie sahen Feuerzungen überall, aber keiner verletzte sich. Jeder hörte sich in seiner eigenen Muttersprache reden, und dennoch verstanden sie einander, und irgendwie war alles ganz anders auf einmal.

Was will das werden?– So haben wohl auch die Freunde von Jesus entsetzt gedacht, als man Jesus gefangen nahm damals, am Passah Fest, und ihn abführte zum Verhör, zur Verurteilung und dann zur Hinrichtung. Sie ahnten Schlimmes, aber dass das Schlimmste wahr werden würde, daran wagten sie gar nicht zu denken: Kreuzigung und Tod.

Was will das werden? – So dachten bestürzt Maria Magdalena und Maria am Ostermorgen als sie das Grab offen sahen und bemerkten, dass der Leichnam Jesu nicht mehr da war. Das leere Grab bedeutet zunächst nur die Fortsetzung des Grauens des Karfreitags, bis die Frauen das Licht wahrnahmen, dass in der Tiefe der Finsternis auftauchte: Ich habe ihn gesehen, rief Maria Magdalena, er ist auferstanden.

Was will das werden? – So dachten die Freunde Jesu als sie beobachteten, wie Jesus am Himmelfahrtstag in eine andere Dimension, in den Himmel um uns herum eintrat. Sie gingen dann nach Jerusalem zurück und blieben zusammen und warteten, warteten, warteten…bis, dann, Tage später, sie spürten, dass sie mit Kräften erfüllt wurden, von denen sie bislang gar nichts ahnten.

Aus den verzweifelt Traurigen des Karfreitags, aus den zaghaft Hoffenden von Ostern werden plötzlich zuversichtlich Glaubende. An Pfingsten werden sie zur Nachfolge gerufen und mit dem Bau der Gottes-Welt beauftragt. Deswegen heisst es auch, dass an Pfingsten die Kirche geboren wurde.

Was will das werden? – Das sind unsere Fragen heute. Was will das werden mit unserem Leben in COVID 19 Zeiten und danach? Was will das werden mit der Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden? Was kommt noch auf uns zu?

Was will das werden? – Seit dem Karfreitag auf Golgatha wissen wir, dass auch das Schlimmste wahr werden kann. Doch wir wissen auch, dass in der Tiefe der Finsternis das Licht wieder auftaucht. Wir sind „Oster – Kirche“ – Auferstehung ist uns versprochen und neues Leben ist uns gewiss. Nicht nur nach dem Sterben, sondern auch un unserem Leben. So beten wir, dass auch zu uns der Gottes Geist kommt, wenn wir müde und verzagt sind und wenn uns die Zukunft nur noch als schwarzes Loch erscheint. Beten wir, dass wir in unserer Verzagtheit getröstet werden. Beten wir, dass der Geist Gottes uns die Augen öffnet , für Gottes Wirken um uns herum, für die aufblühende Natur, den klaren Himmel, die Freundlickheit und Liebe von Menschen und jede Fürsorge.

Beten wir, dass durch Gottes Geist und unser Handeln unsere Welt in eine Welt des Friedens verwandelt wird und dass Lebensräume entstehen, wo bislang der Tod regierte.

Und „was will das werden“ verwandelt sich in ein Staunen darüber, was bei Gott alles möglich ist. Was will das werden? Es wird gut werden. Amen.

Und gemeinsam beten wir:

Vater unser im Himmel. Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Amen

Nachtrag:

Vielleicht haben sich einige von Ihnen gefragt, wann die Trinitatis-Kirche wirder geöffnet wird. Der Bischof unserer Synode, Bischof Larry Kochendorfer, hat die Empfehlung ausgesprochen, die Kirchengebäude noch nicht so schnell zu öffnen, die Gefahr der Ansteckung wäre noch yu gross. Church council hat dem zugestimmt. Bitte finden Sie unten den Wortlaut des letzten Beschlusses:

The province’s guidelines now allow small in-person religious assemblies under strict health precautions that will significantly change our worship experience. The overall recommendation still is to continue with remote services. In a letter from May 22, Bishop Larry writes: “Any congregation considering meeting in person for worship once more is encouraged to form a team to carefully consider the needs and vulnerabilities of their congregation, and the expectations of Public Health officials.”

On Tuesday, May 26, church council decided to continue with remote Sunday services. Council also decided to establish a small team that will develop recommendations and guidelines for Sunday services and other assemblies, such as funerals, at Trinity. They will be presented to church council for approval. If you are interested in participating in this team, please contact us. We are looking in particular for people from the health professions or with experience in logistics.

Gott sei mit Ihnen, wie immer:
Ihre
Pastorin Ingrid
Büro: 780-433-1604

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Pfingsten

Wir laden Sie ein, den Pfingstsonntag mit uns in der Trinitatis Gemeinde in Edmonton zu feiern:

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Brief an die deutsche Gemeinde

Auf dieser Seite finden Sie die Gemeindebriefe von unserer Pastorin, Ingrid Doerschel, die neusten zuerst.

Wöchentliche Gottesdienstabläufe und gelegentliche musikalische Darbietungen finden Sie hier.

Materialien für Kinder gibt es hier (auch Erwachsene dürfen gerne hereinschauen!)

24. Mai 2020

Liebe Gemeinde und Freunde der Trinitatis-Gemeinde,

Dieses Foto, das Sie sehen, zeigt die Linde an der Ostseite der Kirche. Noch sind kaum Blätter zu sehen, aber es wird nicht mehr lange dauern und die Linde wird in voller Blüte stehen. Es ist Frühling.

Morgen, am Donnerstag dem 24. Mai, feiern wir das Himmelfahrtsfest, ein Feiertag in Deutschland. Die Geschichte von Christi Himmelfahrt finden wir in der Apostelgeschichte, im ersten Kapitel. Dort heisst es: Als Jesus nach seiner Auferstehung wieder mit den Aposteln zusammensaß, sprach er ihnen Mut zu: „Wartet darauf, dass in Erfüllung geht, was der Vater versprochen hat. Ihr habt es ja schon von mir gehört: Johannes hat mit Wasser getauft. Aber ihr werdet in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden.« Da fragten ihn die Versammelten: »Herr, stellst du dann das Reich für Israel wieder her?« Jesus antwortete ihnen: »Ihr braucht die Zeiten und Fristen nicht zu kennen. Mein Vater allein hat sie in seiner Vollmacht festgelegt. Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr Kraft empfangen. Dann werdet ihr meine Zeugen sein – in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und bis ans Ende der Erde.« Nach diesen Worten wurde er vor ihren Augen emporgehoben. Eine Wolke nahm ihn auf, sodass sie ihn nicht mehr sehen konnten.

Gott ist im Himmel. Das Wort von der „Himmel-fahrt” legt das nahe: Gott ist im Himmel. Doch so einfach und selbstverständlich dieser Satz auch sein mag, so kommt doch die Frage in den Sinn: „Wo ist denn der Himmel?“ Und: „Wenn Gott im Himmel ist, ist er da nicht weit weg von mir? Fehlt Gott nicht da, wo ich ihn brauche, nämlich mitten in meinem Leben?“

Das waren sicherlich auch die Fragen der Jünger Jesu, nachdem sie Abschied genommen haben von Jesus. Nach seiner Auferstehung hat sich Jesus den Jüngern immer wieder gezeigt, so erzählt es die Bibel. Fast wie ein Abschied auf Raten war das, der den Jüngern Gelegenheit gab, sich langsam auf seinen endgültigen Weggang einzustellen. Wir wissen nicht, wie Jesus den Jüngern erschienen ist, sie haben jedoch seine Gegenwart glaubhaft und spürbar erfahren. Er hat mir ihnen geredet, er hat ihnen Mut gemacht, er hat sie getröstet und noch viel mehr: Er hat sie aufgefordert, in seinem Namen weiterzumachen. Jesus ermutigte und tröstete sie und versprach ihnen, dass es weitergehen wird. Er wusste, sie brauchten Kraft für die neue Aufgabe, die sie nun erfüllen sollten: Andere Menschen zum Glauben einladen. Anderen weitersagen, dass der, den man nicht sehen und beweisen kann, dennoch spürbar da ist. Diese Kraft verspricht ihnen Jesus, die Kraft des Heiligen Geistes: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen.“ Wo der Heilige Geist ist, da ist Jesus, da ist Gott selber. Der Heilige Geist ist die nicht greifbare, aber spürbare Kraft und Ermutigung Gottes.

Weiterleben ohne den greifbaren und sichtbaren Herrn: Ist diese Situation der Jünger nach Jesu‘ Himmelfahrt nicht auch unsere Situation momentan? Weitermachen, auch wenn manche Türen noch verschlossen sind. Weitermachen, auch wenn man die Kinder nur durch eine Glasscheibe sehen kann. Weitermachen, auch wenn ich den anderen nicht umarmen darf. Weitermachen, auch wenn mir manchmal die Decke auf den Kopf fällt. Wo ist Gott in dieser Zeit?

Diese Frage wird besonders von Menschen gestellt, die von Krankheit, Trauer oder Einsamkeit wie gefesselt sind. Sie brauchen spürbare Kraft. Sie brauchen spürbare und erfahrbare Ermutigung für den nächsten Tag. Und Gott sei Dank gibt es das auch immer wieder, dass Kraft da ist, die man gar nicht vermutete: Einfach so, oder durch einen Anruf, einen Brief, eine Karte. Kennen Sie vielleicht jemanden, der sich über einen Anruf freuen würde.

Wo ist Gott? Gott ist da. Ganz sicher in der Natur, wo alles beginnt zu grünen und zu blühen. Gott ist da, wenn die Fragen kommen, die Einsamkeit. Gott ist im Dunkeln. Gott ist da. Himmelfahrt – doch der Himmel ist nicht weit weg. Gottes Himmel ist überall und er ist ganz nah. Er ist um uns. Er ist in uns. Und so bedeutet Himmelfahrt auch nicht: Jesus ist verschwunden. Sondern: Er ist mitten unter uns. Eine Geschichte zum Ende: Ein Kind kommt zu einem Rabbi , das ist ein jüdischer Lehrer, und will ihn testen. „Ich gebe dir 100 Groschen, wenn du mir sagst, wo Gott wohnt.” Der Rabbi darauf nach einer kurzen Pause: „Und von mir bekommst du 200 Groschen, wenn du mir sagst, wo er nicht wohnt.” Amen.

Lied Nr. 123, Jesus Christus herscht als König
1. Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Aller Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß.
2. Jesus Christus ist der Eine, der gegründet die Gemeine, die ihn ehrt als teures Haupt. Er hat sie mit Blut erkaufet, mit dem Geiste sie getaufet, und sie lebet, weil sie glaubt.
3. Ihnen steht der Himmel offen, welcher über alles Hoffen, über alles Wünschen ist. Die geheiligte Gemeine weiß, daß eine Zeit erscheine, da sie ihren König grüßt.

Fürbitten:
Gott, himmlischer Vater, mit Christus hast du uns dein lebendiges Wort geschenkt,
durch deinen Geist machst du uns selbst im Glauben lebendig.
Wir kommen zu dir, als deine Kinder, die du geschaffen hast und täglich erhältst.
Wir bitten für deine Kirche, die ein Leib ist in Christus,
dass wir schon hier Einheit erfahren und zusammenfinden an deinem Tisch.
Wir bitten dich für Menschen, die Mangel leiden,
Mangel an Essen und Trinken, Mangel an Liebe und Zuwendung,
Wir bitten dich für Menschen, denen der kommende Tag als Last erscheint,
für die Kranken, für die Traurigen, für die Mutlosen.
Wir bitten dich besonders für Otto und Irene, Ursula und John, Hermann und Talita.
Wir bitten dich für die Familie von Sig Kerker.
(Sig starb am 8. Mai, seine Beerdigung war am 19. Mai.)
Wir bitten dich für …
Gott, deine Barmherzigkeit hat kein Ende, darum nimm dich unserer Bitten an,
durch Christus, unsern Heiland, der mit dir und dem Heiligen Geist,
lebt und Leben schenkt in Ewigkeit. Amen.

Ganz herzlichen Dank für Ihre Anrufe, Nachrichten auf dem Anrufbeantworter, kleinen Briefe…es tut gut sich verbunden zu wissen. Passen Sie gut auf sich auf.
Es segne und behüte Sie Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen!

Ihre Pastorin Ingrid

Nicht nur um Danke zu sagen, auch wenn es Ihnen schwer um das Herz ist, bitte anrufen: 780-433-1604.

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Gemeindebrief

6. Mai 2020

Liebe Mitglieder der deutschen Gemeinde, liebe Freunde,

heute möchte ich meinen Brief an Sie und Euch mit einem Gedicht beginnen, einem Frühlingsgedicht, dass einige von Ihnen sicherlich kennen.
Das Gedicht wurde geschrieben von dem deutschen Dichter Eduard Mörike im Jahr 1828:

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon, sollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s! Dich hab’ ich vernommen!

(Maiglöckchen in Edmonton)

Der Frühling ist schon immer ein Sinnbild für neues Leben gewesen. Aus der braunen kahlen Erde sprießt neues Grün. Zweige, die wie tot schienen, fangen an zu treiben. Blütenpracht leuchtet.

Ohne unser Zutun geschieht das Wunder Jahr um Jahr, vor unseren Augen, mit allen Sinnen zu spüren. Es tröstet, dass wir den Frühling auch in diesen Tagen wieder deutlich spüren können. Und trotzdem ist dieses Mal vieles anders. Der Coronovirus lässt viele von uns zu Hause bleiben und die Natur vom Fenster aus beobachten. Dennoch: manche von Ihnen können in den Garten gehen, entweder in den Garten des Seniorenheimes oder sogar in den eigenen Garten.

Manche von Ihnen gehen vielleicht auch spazieren, oder geniessen einfach das frische Grün vom Balkon aus. Unabhängig davon wo Sie sind und was sie tun, mit offenen Augen können wir den Frühling sehen und ihn geniessen.

Ich weiss nicht wie es Ihnen ergeht, aber nach dem langen Winter und auch gerade wegen der Beschränkungen erlebe ich den Frühling in diesem Jahr intensiver, warte auf die Blüten des Flieders im Garten und beobachte das Wachsen der zarten Pflänzchen. Neues Leben!

Neues Leben: Leben, das stärker ist als jede Dunkelheit und stärker als der Tod. Dieses Leben ist uns Ostern versprochen worden. Und immer noch feiern wir die Osterzeit, die erst am Pfingstsonntag endet. Aber vielleicht feiern wir in diesem Jahr mehrmals Ostern. Jetzt und dann, wenn wir uns alle wiedersehen, das ist noch einmal wie Ostern.

Der alte Ostergruß lautet: Der Herr ist auferstanden, und die Antwort ist: Er ist wahrhaftig auferstanden. Dieser Gruß gilt immer. So wie der Frühling immer kommt und uns in jedem Jahr neues Leben schenkt.

Der Herr ist auferstanden . . . er ist wahrhaftig auferstanden ist eine grosse Botschaft der Hoffnung.

Eine kleine Hoffnungsbotschaft habe ich Ihnen von einem Spaziergang mitgebracht. Ich habe im Mill Creek Ravine bemalte Steine gesehen, einige Familien und Kinder haben Steine gesammelt und schön bemalt und beim nächsten Spaziergang wieder abgelegt als Hoffnungsbotschaften für alle. Hier ist ein kleiner Glückskäfer für Sie mit einem Segen: Gott bewahre uns im Tun wie im Lassen. Gott behüte uns im Wachen wie im Schlafen. Gott segne unser Leben und Sterben. Gott segne unseren Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Ihre /Eure Pastorin Ingrid

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In der Osterzeit April 2020

22. April 2020

Liebe Gemeinde und liebe Freunde,

Eines meiner Lieblingslieder aus dem deutschen Gesangbuch ist das Lied # 66:

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;
A und O, Anfang und Ende steht da.
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide;
Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!
Himmel und Erde, erzählet’s den Heiden:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.

Mit diesem Lied ist eigentlich alles, was wirklich wichtig ist, gesagt. Denn das ist es, was wir jeden Sonntag feiern, woraus wir leben und was uns Trost und Hoffnung gibt: „Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.“ Freude ist uns versprochen, die uns keiner nehmen kann.

„Jesus ist kommen, nun springen die Bande,
Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden;
er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande;
Jesus ist kommen, nun springen die Bande.“

In diesem Vers steckt das vielleicht größte und kostbarste in der Geschichte Gottes mit uns: Gottes Liebe in Christus ist so groß, dass sie selbst die Sünde und Schande, die Zweifel und Einsamkeit, die Verlassenheit und Angst in die Knie zwingt. Leben pur, nichts weniger als das bekommen wir geschenkt.

Es tut gut sich an dieses Geschenk zu erinnern, gerade in diesen Zeiten, in denen ein unsichtbares Virus uns so sehr bedroht. Es tut gut sich immer wieder Gottes beständiger Liebe anzuvertrauen, wenn alles um uns herum nicht mehr beständig ist. Es ist auch gut, dass wir wissen, was zu tun ist in diesen Zeiten und was eben nicht.

Zu Martin Luthers Zeiten war das anders. Da gab es ja noch die Pest. Man hatte nur eine ungefähre Ahnung von der Ansteckungsgefahr der Pest. Abstandhalten gehörte allerdings schon damals dazu. Und weil Martin Luther dies wusste, nahm er sich zurück. Aber er hörte nicht auf zu beten. So schrieb Luther: „So will ich Gott bitten, dass er uns gnädig sei und wehre. Danach will ich auch räuchern, die Luft reinigen helfen. Arznei geben und nehmen. Orte und Personen meiden, da man meiner nicht bedarf, auf dass ich mich nicht selbst verwahrlose und dazu durch mich vielleicht viele andere vergiften und anstecken und ihnen so durch meine Nachlässigkeit Ursache des Todes sein möchte.“

Nächstenliebe, das bedeutet für uns doch für andere dasein, jemanden in den Arm zu nehmen und zu trösten, miteinander Schmerz und Trauer aushalten. Viele Menschen, die Leid erfahren haben, vermissen dies schmerzlich, denken wir nur an die Familien in Nova Scotia, deren Angehörige brutal getötet wurden. Nächstenliebe bringt Segen .

Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.
Hochgelobt sei der erbarmende Gott,
der uns den Ursprung des Segens gegeben;
dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod.

Es ist nicht einfach, auf diese Art der Nächstenliebe und Segen zu verzichten. Eigentlich soll Segen, den wir geben und schenken „Fluch, Jammer und Tod“ verschlingen. Aber gerade das ist ja die grosse Gefahr in diesen Tagen:
dass der persönliche Kontakt womöglich Fluch, Jammer und Tod bringt.

Um des Lebens willen, müssen wir auf persönlichen Kontakt verzichten. Im Moment. Das wird sich wieder ändern. Was sich nicht ändern wird ist die Zusage Gottes in Jesus Christus: Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden: komme, wen dürstet, und trinke, wer will!Holet für euren so giftigen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Füll!Hier kann das Herze sich laben und baden. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden.

Ihre / Eure Pastorin
Ingrid Doerschel

Wenn Sie mit mir sprechen wollen, oder nur eine Nachricht hinterlassen: Gemeindebüro: 780-433-1604

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Brief von Pastor Ingrid am 2. April 2020

Liebe Gemeinde, liebe Freunde,

Langsam nähern wir uns der Karwoche und Ostern. Es ist schwierig darüber nachzudenken, wie wir die Feiertage ohne Gottesdienste in der Kirche und wahrscheinlich auch ohne Familie und Freunde feiern werden.

Kosmas, mein Ehemann, und ich zum Beispiel genossen am Ostermontag (nach den vielen Gottesdiensten in der Kirche) oft mit Freunden ein gutes Osterfrühstück; das werden wir in diesem Jahr vermissen und unser Osterbrot nur mit Hund Shesh und Katze Fritz teilen.

Als Ihre und Eure Pastoren treffen Pastor Eileen, Vikarin Erin, und ich uns regelmässig mit Jordan, Cherie und Frank „online“ und planen die Gottesdienste und viel mehr. Hier, auf unserer deutschen Homepage, werden Sie Gottesdienste und Andachten finden. Wir laden Sie ein, diese Gottesdienstangebote mit Ihren Eltern, Großeltern oder anderen, die kein Internet haben, zu benutzen.

Für alle diejenigen, die keine Internetverbindung haben, bieten für den Karfreitag und Ostersonntag einen besonderen Dienst an: Wir bringen Ihnen das Abendmahl an die Tür. Die Einsetzungsworte werden in der Kirche über Brot und Wein/Traubensaft gesprochen, danach werden Oblaten und Traubensaft/Wein in Papiertüten verpackt und zu Ihnen gebracht. Ich habe mit Dr. Jeff Gusdal über hygienische Massnahmen gesprochen, und wir werden Brot und Wein nach seinen Anweisungen verpacken.

Bitte rufen Sie unser Büro an: 780-433-1604 wenn Sie das Abendmahl an die Tür gebracht haben möchten. Wenn nur ein Anrufbeantworter antwortet, bitte mit Adresse, und teilen Sie uns auch mit, ob Sie Wein oder Traubensaft haben möchten. (Bitte nur, wenn Sie keinen Internetzugang haben). Wir sind für Sie da!

Ein letztes: Vielen Dank an diejenigen, die mich/uns angerufen haben. Es war schön, mit Ihnen am Telefon zu sprechen. Einige fragten, ob sie die Kollekte per Post senden können. Das ist kein Problem! Sorin ist jeden Tag im Büro und empfängt Post und Telefongespräche.

Ihre Pastorin Ingrid

Kinderkirche online

29. März 2020 – Die erste Ausgabe von Kinderkirche Online finden Sie hier. Schauen Sie mal rein!

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Brief von Pastor Ingrid am 27. März 2020

Liebe Mitglieder der deutschen Gemeinde, liebe Freunde,

Diese Krise, verursacht durch das Corona Virus, trifft jeden: Diejenigen, die täglich arbeiten müssen um den Lebensunterhalt zu verdienen, die Schwachen, die älteren Menschen, die ganz Jungen, unsere Kirche. Weil in diesen Tagen viele Grenzen und Barrieren zwischen Menschen errichtet werden müssen, dürfen die Grenzen nicht in den Herzen hochgezogen werden. Jedes offene Ohr, jedes freundliche Wort und jede helfende Hand zählt in dieser Zeit besonders und bedeutet viel. An vielen Orten haben sich spontan Freiwillige bereit erklärt, Einkäufe für ältere oder kranke Nachbarn zu erledigen oder Kinder zu betreuen, deren Eltern weiterhin ihrem Beruf nachgehen müssen.

Auch in unserer Gemeinde gibt es einige, die mit Telefongesprächen, E-Mails und anderen Medien den sozialen Kontakt aufrechterhalten und die Gemeinschaft stärken werden. Es ist schon ein paar Tage her, dass Sie unseren Brief erhalten haben. Wir, Ihre Trinitatisgemeinde, die Pastoren, Musiker, Büro und Council, versuchen mit allen Kräften, neue Wege zu finden, Kirche für Sie und Euch zu sein. So zeichnen wir Gottesdienste auf und senden diese über das Internet, bemühen uns zur Zeit, Zugänge zu Radiosendern zu finden und Sie werden auch bald einen Anruf erhalten.
Einmal wöchentlich erhalten Sie eine kurze Andacht, mit Gebet und einem Liedvorschlag. Bitte melden Sie sich auch im Kirchenbüro (780-433-1604) oder bei mir (780-267-4023), wenn Sie jemanden zum Einkaufen brauchen oder das Bedürfnis haben, mit jemanden zu reden. Bitte melden Sie sich auch, wenn Sie Ihre Hilfe anbieten können.

All jenen, die unter den äußeren Umständen schwer zu leiden haben, wünschen ich in den kommenden Tagen und Wochen alle Kraft und die nötige Hilfe. Denen, die erkranken und an Krankheiten leiden, wünsche ich Linderung und, wenn möglich, baldige Genesung.

In diesen Zeiten der Verunsicherung begleiten Sie unsere Gebete und Segenswünsche!
Bleiben Sie behütet an Leib und Seele. Gott segne Sie!
Für Vikarin Erin und Pastor Eileen, Jordan und Cherie, Sorin, und Church Council:

Ihre Pastor Ingrid

Gebet nach Worten aus Psalm 130:

Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: Herr, höre meine Stimme!
Aus der Tiefe meiner Einsamkeit und meiner Fragen rufe ich zu Dir:
Bitte höre auf die Stimme meines Flehens! Bitte lass’ mich nicht allein.
Wenn du, Herr, uns nicht zugetan bist , Herr, wer wird bestehen?
Denn bei dir ist die Vergebung, bei dir ist der Mut und die Zuversicht und die Hoffnung.
Ich harre auf dich, meine Seele harret, und ich hoffe auf dein Wort.
Meine Seele wartet auf dich, Gott, mehr als die Wächter auf den Morgen;
mehr als die Wächter auf den Morgen, so hoffe ich auf dich!
Denn nur bei dir ist die Gnade.

Lied: Harre, meine Seele, harre des Herrn
1. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern.
Sei unverzagt, bald der Morgen tagt,
und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach.
In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott.
2. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern.
Wenn alles bricht, Gott verlässt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht.
Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott

Feiern Sie mit uns Gottesdienst:

Leider nicht in dieser Zeit der Covid Pandemie! Alle Versammlungen, die normalerweise stattfinden, werden in diesen Tagen umgedacht. Bitte lesen Sie die Bekanntmachungen auf der englischen Startseite (Homepage).

Mit der Bibel durch das Jahr

Die Bibel ist Gottes Wort an uns. Wir hören in ihr, wer Gott ist, dass er uns liebt und annimmt, wir erfahren Trost und Vergebung, bekommen Mut, Kraft und Wegweisung. Falls Sie noch nicht täglich die Bibel lesen, ist jetzt eine gute Gelegenheit, damit anzufangen.

Für Zwischendurch gibt es auch viele Hilfen online. Hier sind die wichtigsten:

Neukirchener Kalender: Tägliche Bibellese mit kurzer Auslegung und Liedvorschlag aus dem Gesangbuch.

Die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen: Zeigt den täglichen Text online an, bietet verschiedene Bibellesepläne zum Herunterladen (pdf) an, zum Beispiel hier.

Consultation on Common Texts (pdf): Drei Texte für jeden Tag – Psalm, Altes Testament, Neues Testament. Die Texte sind auf den Lesezyklus “Revised Common Lectionary” abgestimmt, dem wir in unseren Gottesdiensten folgen. Navigation: Auf der Startseite, klicken Sie auf “Revised Common Lectionary Daily Readings” und dann auf einen der Links neben “Year B” (pdf oder rtf).